Bauvoranfrage für einen Offenstall

Bevor man einen Bauantrag für eine Weidehütte stellt, kann es sinnvoll oder sogar auch notwendig sein, eine Bauvoranfrage zu stellen. Beispielsweise wenn man noch darüber nachdenkt, ein Grundstück zu kaufen oder zu pachten, auf dem später einmal eine Weidehütte oder ein Offenstall stehen soll.

Da immer wieder ähnliche Fragen von Lesern unseren Blogs auftauchen, gehen wir hier einmal auf die wichtigsten Aspekte ein, die man bei einer einer Bauvoranfrage oder einem Bauantrag für einen Offenstall beachten sollte.

Wozu eine Bauvoranfrage?

Eine Bauvoranfrage ist weniger aufwändig und deutlich günstiger als ein Bauantrag. Sie klärt, ob das Bauvorhaben grundsätzlich möglich ist. Dabei zeigt sie eventuell schon mögliche Grenzen und Probleme auf.

Was sollte man vorher in Erfahrung bringen

Hat man ein Grundstück für einen Offenstall ins Auge gefasst, sollte man in Erfahrungen bringen, ob das Grundstück im Außenbereich liegt oder gar in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. Wie ist die vorherrschende Windrichtung auf dem Grundstück, wo soll die Öffnung des Unterstandes sein?

Um eine Vorstellung für den späteren Offenstallbau zu entwickeln, ist es zweckmäßig, sich über Vorschriften zur Pferdehaltung zu informieren. Welcher Platzbedarf ist minimal vorgeschrieben, welchen Höhen müssen Durchgänge haben usw. Wieviel Platz brauche ich für ein mögliches Heu und Futterlager, Hier hilft auch ein Blick in entsprechende Literatur zum Thema Offenstallbau weiter.

Welche Informationen sind sinnvoll und notwendig

Das geplante Bauvolumen, also die Größe der Grundfläche und die spätere Höhe des geplanten Offenstalls sowie seine Lage auf dem Grundstück mit dem Abstand zur nächsten Wohnbebauung sind zentrale Informationen, die für eine Bauvoranfrage benötigt werden. Auch die Anzahl und ggf. Größe der künftigen Bewohner können von Interesse sein, denn bei einer entsprechenden Bauvoranfrage werden möglicherweise neben Fragen des Emmissionsschutzes auch Behörden wie das Veterinäramt mit einbezogen.

Bezüglich des Emmissionsschutzes sollte man sich bereits im Vorfeld Gedanken zur Entsorgung des anfallenden Mistes machen. Der sorgt nicht nur für mögliche Geruchsbelästigungen von möglichen Nachbarn, sondern kann je nach Lagerung auch eine Gefahr für das Grundwasser oder angrenzende Bäche und Flüsse darstellen.

Reden hilft: Mit dem Bauamt sprechen

Bauvoranfragen für einen Offenstall werden auch im Bauamt nicht täglich bearbeitet. Die notwendigen Informationen können daher sehr unterschiedlich sein und auch individuell vom Sachbearbeiter abhängen. Erfahrungsgemäß hilft auch hier ein freundliches Gespräch im Vorfeld mit dem möglichen Sachbearbeiter. So kann man klären, worauf in diesem Amtszimmer wert gelegt wird, ob im Vorfeld schon Besonderheiten oder Probleme absehbar sind. Geht man ein solches Gespräch gut vorbereitet, freundlich und konstruktiv und nicht fordernd an, erleichtert es beiden Seiten oft den Genehmigungvorgang.

Am besten alle wesentlichen Fakten wie Grundfläche, geplante Bauart auf einem A4 Zettel übersichtlich zusammenfassen und zum Gespräch mitbringen. Eventuell sind auch Fotos von vergleichbaren Bauten oder Prospekte von Herstellern verfügbar. Sie helfen zu veranschaulichen, worüber man spricht.

Wie geht es nach der Bauvoranfrage weiter?

Hat man die erste Hürde Bauvoranfrage genommen geht es weiter. Nun kann eine Erfahrenen Planer an die Ausarbeitung des Bauantrags setzen. Zum Bauantrag gehört neben einem Lageplan,  einen Grundriss und Ansichtzeichnungen meist eine Statik, die von einem entsprechend berechtigten Statiker angefertigt werden muss. Ebenfalls gehört eine Beschreibung der verwendeten Materialien und die Benennung eines Bauleiters zu einem Bauantrag.

 

11 thoughts on “Bauvoranfrage für einen Offenstall

  • Pingback: Was gehört alles zu einem Bauantrag für einen Offenstall? | Offenstall

  • 23. März 2013 at 10:09
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    Hallo,
    Muss man für einen Weidezaun eigentlich auch einen Antrag stellen?
    Habe ein Grundstück gefunden auf dem ich Pferde halten will. Ich möchte nur für die Wintermonate Weidehütten aufstellen, da das Grundstück eine große Baumgruppe hat die in den wärmeren Monaten natürlichen Schutz bietet. gibt es noch wichtige Sachen die ich bedenken sollte?
    Mfg Nicole

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    • 1. April 2013 at 11:28
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      Hallo Nicole,

      das hängt ein wenig vom Flächennutzungsplan an. Such einfach mal auf der Homepage Deiner Gemeinde nach einem solchen Plan (haben die meisten) und sieh nach als was das Grundstück da eingetragen ist. Bei „Fläche für die Landwirtschaft“ sieht es schon mal ganz gut aus. Problematischer kann es im „Landschaftsschutzgebiet“ usw. werden.

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  • 15. Oktober 2013 at 15:17
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    Gibt es eine gesetzliche Regelung für die Abstandsgrenzen bei Pferdehaltung zum Nachbargrundstück?

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    • 15. Oktober 2013 at 15:24
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      Pauschal: Nein. Ich nehme an, es geht um einen Stallbau. Da gelten natürlich ersteinmal die üblichen Bebauungsrichtlinien, wie z.B. für Carports und Gartenhäuser. Alles weitere hängt vom Bundesland, den örtlichen Gegebenheiten und vielen weiteren Faktoren ab.

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  • 1. Januar 2014 at 16:19
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    Hallo, planen im aussenbereich eine bauvoranfrage fuer einen offenstall zu stellen. Was muss ich bei der frage zur mistentsorgung beachten?
    ulla

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    • 4. Januar 2014 at 16:36
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      Hallo,

      geklärt sollte sein, wo udn wie die Mist zwischengelagert wird, und wohin er abtransportiert wird. Hier am besten einen konkreten Landwirt benennen. LAgerung ggf. zwischenzeitlich auf Anhänger oder im Container.

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  • 16. März 2014 at 13:42
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    Hallo,
    Meine Frage wird manchen vielleicht etwas dumm vorkommen, trotzdem habe ich im

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    • 16. März 2014 at 13:47
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      Internet noch nichts passendes gefunden.
      Wir haben auf unserem großen Grundstück 2 Gartenhäuser stehen. Darf ich da einfach einen Paddock davorbauen und zB 2 Esel reinstellen? Ohne Baugenehmigung etc? Oder an wen müsste ich mich da wenden? Platz genug wäre. Isolieren ist schnell gemacht. Bei dem Garten wäre es schade, wenns keine Tiere gäbe.
      LG

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  • 15. September 2016 at 20:47
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    Hallo, ihr schreibt ja, dass prinzipiell die Möglichkeit besteht, einen Offenstall im Außenbereich genehmigt zu bekommen. Gleichzeitig höre ich von allen Seiten, dass es selbst als Landwirt nicht ganz einfach ist. Nun frage ich mich, ob es sinnvoll ist, als Privatperson eine Bauvoranfrage zu stellen weil es egal ist, ob ich oder ein Landwirt (weil ähnlich hohe bzw geringe Chance) oder ob es eh nur Aussichten hat, wenn das ein Landwirt stellt. Geht um eine Wiese, die aktuell einem Landwirt gehört (mehr oder weniger Verwandtschaft) und wo ich eigtl gerne einen kleinen Offenstall für 2 bis höchstens 4 Kleinpferde drauf stellen würde… Danke schonmal!

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    • 8. Oktober 2016 at 09:08
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      Der Landwirt hat schon bessere Chancen. Wenn er aber sonst keine (ernsthafte) Pferdehaltung betreibt, kann auch sein Antrag ggf. erfolglos sein.

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