Baukosten für einen Offenstall

Skizze OffenstallAngaben zu den Baukosten für einen Offenstall schwanken stark, je nach Umfang des Bauvorhabens. Oftmals werden wesentliche Kosten für den Bau des Offenstalls aber auch vergessen, oder Materialkosten ignoriert, da sich ja einiges „bei Pappa im Keller“ findet oder „genug davon bei uns auf dem Hof rumliegt„.
In diesem Beitrag werden die Baukosten für einen Offenstall mit rund 42qm Grundfläche dargestellt werden. Aus diesen Angaben kann sich jeder selber je nach Bedarf die ihn betreffenden Kostenanteile heraussuchen:

Kosten für Planung und Genehmigung eines Offenstalls:

Auch für einen Offenstall benötigt man meist eine Statik und Konstruktionszeichnungen. Nicht nur für den Bau, sondern auch schon
für den Bauantrag sind diese Unterlagen notwendig. Diese sollten von einem Fachmann angefertigt werden. Für 200 bis 300 Euro bekommt man so etwas schon vom Fachmann und vermeidet so Ärger mit der Genehmigungsbehörde, die ca. 50 Euro für die Baugenehmigung verlangt.

Kosten für Fundamente und Boden eines Offenstalls

Wer keine Überschwemmungen im Stall wünscht, sollte seinen Stall auf einem drainagierten Schotterbett errichten. Um den Schotter samt Drainage einzubauen benötigt man meist maschinelle Unterstützung. Wer keinen Radlader oder Minibagger in der Garage stehen hat, muss diese Mieten (ca. 200 Euro). Schotter und Drainagerohre schlagen mit rund 250 Euro zu buche.

Für den Beton der Fundamente kann man rund 100 Euro veranschlagen

Nach Fertigstellung des Offenstalls bietet es sich an, den Boden mit Ecoraster auszulegen. Bei Kosten von 12 Euro/qm  sind auch hier schnell weitere 500 Euro „im Boden verschwunden“.

Holz und Beschläge

Bauholz ist nicht gerade billig. Hier lohnt sich auf jeden Fall der Weg zu einem Holzhändler, da die benötigen Längen (mehr als 4m) oft nicht im Baumarkt erhältlich sind. Das benötigte Material passt auch nicht so einfach in den Kofferraum und überfordert auch schnell einen Pferdeanhänger. Liefern lassen ist der bequemere Weg. Bei einem Bestellvolumen zwischen 1.000 und 1.500, dass für eine stabile Grundkonstruktion anfällt, ist die Lieferung frei Haus im Preis meist inbegriffen.

Beschläge, Winkel und Schrauben werden auch in erheblichem Umfang verbaut. Hier kann man schnell 200 bis 300 Euro investieren. Auch hier gilt: Fachgeschäft und Fachversender aufsuchen. Wer Schrauben (M10) einzeln im Baumarkt kauft wird arm. Ein Paket mit 100 M10 x 180 Schrauben im Fachhandel ist oft billiger als 10 einzelne Schrauben im Baumarkt. Gleiches gilt für Pfostenanker, Balkenschuhe etc.

Kosten für das Dach des Offenstalls

Eine vernünftiges Dach ist wichtig für einen Offenstall. Gerade Wind- und Schneelasten erfordern eine stabile Konstruktion. Auch das Wasser sollte mit Dachrinnen und Fallrohren vernünftig abgeführt werden. Am schönsten ist natürlich eine „richtige“ Dacheindeckung mit richtigen Dachziegeln. Für die Dachziegel kann man 800 Euro einplanen, weiter 200 Euro für Fallrohre, Dachrinnen, Unterspannbahnen etc.

Strom, Wasser und weitere Ausstattung

Mit dem Stall alleine ist es nicht getan. Auch die Ausstattung erfordert Investitionen. Eine Tränke mit Wasserzuleitung inkl. Isolierung kostet rund 150 Euro. Die Wasserleitung bis zum Stall hin ist hier nicht inbegriffen.

Wer nicht im Dunkeln stehen möchte sollte fachgerecht Stromleitungen zu mehreren Steckdosen und ausreichender Beleuchtung durch Neonröhren im Inneren und ggf. Halogenstrahlern im Außenbereich verlegen. 200 Euro sind auch hier schnell verbaut.

Futtertröge, Anbindehaken und weitere Ausstattungskleinigkeiten sind nochmal mit rund 150 Euro einzuplanen.

Die Außenverkleidung

Für die Außenverkleidung der offenen Seiten des Offenstalls mit Rauspund sind nochmals zwischen 300 und 400 Euro beim Holzhändler zu investieren. Um die Wertvolle Konstruktion zu schützen, muss man zum Pinsel greifen. 200 Euro für Holzschutzfarben sind schnell verstrichen.

Arbeitsleistung nicht vergessen

Mit etwas Glück ist man selber handwerklich begabt oder hat entsprechend begabte  Freunde, die einem helfen. Gerade für Arbeiten wie die Erstellung der Bauantragsunterlagen und der Statik, Elektrik, Wasseranschlüsse oder die Arbeiten am Dach sollte man auf Fachleute vertrauen. Sich unerfahren daran selbst zu versuchen geht meist schief.

Insgesamt muss man mit einem Arbeitsaufwand von 150 bis 200 Mannstunden rechnen.

Ohne die Arbeitsleistung mit einzubeziehen, summieren sich die Baukosten für einen Offenstall so schnell auf rund 5.000 Euro.

11 thoughts on “Baukosten für einen Offenstall

  • 17. Juni 2012 at 23:43
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    Hallo Arne,

    ich bins nochmal. Ich sehe fast überall, dass das Heulager meist hintendran auf selber Ebene geplant wird. Warum macht das fast niemand über den Stall?? Wir haben es jetzt über dem Stall geplant, da man so doch einiges an überbauter Fläche einspart.
    Liebe Grüsse
    Michaela

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    • 18. Juni 2012 at 19:42
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      a) weil man das Heu nicht hochschleppen will
      b) weil „oben“ nicht unbedingt viel Platz ist, wenn man den Pferchen eine gewisse Deckenhöhe zugesteht und auch keine wolkenkratzerhohen Stall haben möchte / darf => das Heu in einem „normalen“ Raum zu stapeln ist wesentlich leichter als auf einem „flachen“ Dachboden
      c) wenn der Boden nicht 100%ig dicht ist, rieselt feiner Staub auf die Pferdchen… nicht gut für Pferde mit Hustenproblemen (die oft aus diesem Grund im Offenstall stehen)
      d) länger/breiter bauen ist oft billiger bzw. einfacher als höher zu bauen… Das ist auf dem Land meist einfacher als in New York 😉

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  • 5. Januar 2013 at 17:01
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    Hallo,
    ich habe gerade ganz begeistert dieser Seite entdeckt 🙂
    Mein Mann ist Landwirt, wir haben einen festen Pferdestall mit Boxen. Nun möchten wir für die 3 Jungpferde (es handelt sich um Islandpferde, Stockmaß maximal 140cm) einen Unterstand/ Offenstall bauen, da wir sie so nicht immer direkt rein und raus bringen müssten. Die Weideflächen gehören uns, sind auch kein Naturschutzgebiet oder ähnliches. Wir würden gerne eine kleine Futterkammer für kleine Heuballen anschließen, also ungefähr für 10-20Ballen, damit wir nicht jedes Mal zwingend mit der Schubkarre von einem zum anderen Stall müssen. Den Untergrund würden wir gerne pflastern. Kann ein Landwirt solch einen Unterstand ohne Genehmigung bauen? Im Prinzip sind ja noch eigentliche Boxen vorhanden, es soll eigentlich mehr ein Wetterschutz für die Weide/Paddockzeit sein. http://www.aussenbox.de/weidehuetten.html wir dachten an die Weidehütte mit Teilfronten. Alternativ ginge auch eine Weidehütte ohne Fundament http://www.aussenbox.de/fahrbare-varianten.html
    Ich wäre Ihnen dankbar für Ihre Einschätzung 🙂
    Viele Grüße,
    Svenja

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    • 12. Januar 2013 at 18:15
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      Hallo,

      etwas spät die Antwort, aber sie kommt: Die Voraussetzungen klingen schon mal gut. Wie sieht es mit den bestehenden Boxen aus. Stehen da 2 Pferde als „Hobby des Landwirts“ oder werden die mit „Gewinnerziehlungsabsicht betrieben“? Im letzteren Fall hätte man als Betreibserweiterung gute Chancen.

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  • 25. Januar 2013 at 06:30
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    Hallo,
    wir haben unsere Pferde auch zuhause in Boxen stehen, ziemlich ortsmittig.
    Aber wir besitzen ortsrand noch ein Grundstück mit gemauerter „Scheune“. Ist ein richtig festes Gebäude. Vorne befindet sich ein Grundstück, welches bisher zum Maisanbau genutzt wurde. Ich glaube eingetragen ist alles als Gartengrundstück. Nebendran, also links und recht befinden sich Häuser, aber zur oberen Seite ist es zum Feld hinnaus, „Garten“ für aber zur Straße.
    Dieses Grundstück würden wir gern als Offenstall nutzen. Ist das Baurechtlich durchzubringen? Wir leben in Rheinland – Pfalz. Gebaut werden müsste in dem Sinne nur noch die Wasser – und Stomleitung und der Zaun. Der Stall ist innen betonier, alles tip top und echt super zur Pferdehaltung geeignet. Selbst Pferde mit Stockmaß 1,80 deckt die Deckenhöhe ab. (Brauchen wir eh nicht, sind nur maximal 1,60 große Hottehüs)
    Wie gestaltet sich das mit einem Bauantrag? Und könnte es sein, dass die Nachbarn da ein Einspruchsrecht haben? Der Mist soll auf der Seite zum Feld hin gelagert werden und dann eben abtransportiert werden aufs Feld.
    Danke schonmal für die Antwort. 🙂

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    • 25. Januar 2013 at 13:03
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      Das klingt mehr nach „Nutzungsänderung“ als nach Bauantrag. Trotzdem ein Fall für das Bauamt. Wie groß ist denn das Grudnstück, bzw. welcher Auslauf steht den Pferden zur Verfügung? Wenn es eine ländliche Umgebung ist und schon Pferdehaltung in der Umgebung betrieben wird, könnte es klappen. Einfach mal einen Blick in den Flächennutzungsplan werfen und freundliche beim zuständigen Bauamt nachfragen.

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      • 25. Januar 2013 at 15:31
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        Danke für die schnelle Antwort.
        Grudstück ist etwa 800 – 900 m² groß.
        Ja, in der Nähe wird auch Pferdehaltung betrieben, zum Feld hinaus haben zwei Leute ihre Offenställe und Koppeln. Aber ich frage mich halt, ob die Nachbarn etwas einwenden können.

        Habe mal eine schematische Zeichnung hochgeladen:

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  • 4. September 2014 at 08:53
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    Hallo,
    mein Freund ist Landwirt und wir würden gerne eine alte Siloplatte (ca. 7x22m) überdachen. Links wurde bereits ein Fahrsilo überdacht als Schleppergarage, die restlichen Wände (es waren mal 5 Fahrsilos) wurden entfernt. Rechts wollen wir eine offene Holzkonstruktion auf einer ca. 75cm hohen Mauer bauen (daran Stallnetze zum hoch und runter ziehen) und vorne nach einem Vordach, ca. 3m nach hinten versetzt, dann ein Schiebetor einsetzten. Nach hinten soll der Stall geöffnet sein und über einen kleinen leicht ansteigenden Weg (soll mit Sand gefüllt werden) geht es auf die Koppeln (insgesamt ca. 2-3 ha).
    Der Anfallende Mist würde über die Hofeigene Biogasanlage entsorgt werden.
    Der Hof steht am Ortsrand eines Weilers mit 9 Häusern (davon 2 Bauernhöfe und 1 Privathaus mit 10-12 Pferden).
    Darf ein Landwirt einen solchen Stall ohne Genehmigung bauen oder wie sehen die Chancen auf eine Genehmigung aus?
    Ich würde mich über eine Einschätzung freuen – gerne auch per E-Mail.
    Viele Grüße
    Mirjam

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    • 5. September 2014 at 09:04
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      Das ist ja schon ein etwas größeres Bauvorhaben. Mit den Informationen und ohne die Situation vor Ort zu kennen, kann man hier keine seriöse Aussage Treffen. Möglicherweise spielen da plötzlich auch andre Gesichtspunkte mit rein (Abstand zur Biogasanlage etc.) Das sollte ein erfahrener Planer vor Ort beurteilen. Einfach so drauflos bauen würde ich da nicht.

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  • 16. April 2016 at 23:23
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    Hallo!
    Wir haben das Angebot einer größeren bestehenden Reitanlage auf einem Teil ihrer Koppeln einen offenstall zu errichten. Allerdings ohne Fundament so das das ganze rückbaubar wäre. Kann man da eventuell einen Bau Antrag stellen oder ist es besser mit mobilen weidehütten und zelten zu agieren? Fester unterstand würde uns natürlich besser gefallen. Wie wäre ihre Einschätzung? Auf gleicher Höhe und im Anschluß Richtung Reithalle befinden sich bereits gesandete padocks. Strom und Wasser würde da liegen und mistentsorgung erfolgt über den Misthaufen der Anlage. Keine unmittelbaren Nachbarn.
    Bin gespannt auf Ihre Antwort!

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    • 15. Juni 2016 at 12:30
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      Ein Bauantrag ist schon sinnvoll und vermutlich auch notwendig. Die Weidezelte sind tatsächlich nur für kurzfristige Aktionen genehmigungsfrei.

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