Offenstall im Winter

Offenstall im Winter

Mit Einbruch des Winters müssen Offenstallbewohner keineswegs in einen herkömmlichen Stall umziehen. Ganz im Gegenteil. Gerade in herkömmlichen Ställen ist das Stallklima im Winter meist besonders schlecht, da viele Pferdebesitzer ihre Tiere regelrecht von der Außenwelt abschotten, und alle Fenster und Türen des Stalls schließen.

Dabei fühlen sich Pferde erwiesenermaßen im Temperaturbereich von -5 °C bis +10 °C besonders wohl. Gerade kühle klare Luft ist für Pferde mit Lungenproblemen besonders angenehm.

Lamellenvorhänge

Um auch bei deutlich geringeren Außentemperaturen einen vergleichsweise „warmen“ Stallbereich zu haben, eignet sich ein Lamellenvorhang aus Pendeltürfolie. Diese ca. 30cm breiten PVC Windschutzstreifen (2-3mm Dicke) werden meist als Rollenware geliefert. Eine 50 Meter Rolle kosten schnell um die 200 Euro. Die Streifen werden überlappend verbaut. Daher muss man für einen 2,5m hohen Durchgang von 1,80m Breite auch nicht sechs sondern besser zwölf 2,5m lange Streifen einplanen. So kommen schnell 30m PVC Streifen zusammen.

Ein solcher Lamellenvorhang wiegt dementsprechend schnell eine ganze Menge. Zur Befestigung gibt es Befestigungsysteme, mit denden die PVC Streifen zwischen Metallschienen verschraubt werden und sich einfach an einer Befestigungleiste einhaken lassen. Das ist sehr praktisch, wenn man die Lamellentüren nur Saisonweise einsetzen will. Da die Lamellentüren relativ schwer sind, muss das Befestigen möglichst schnell und einfach erfolgen. Solche Befestigungschienen schlagen mit ca. 30 €/m zu Buche.

Durch den Lamellenvorhang hält sich die Wärme im etwas besser im Stallbereich. Der Innenbereich hat so immer eine Temperaturvorteil von ein paar Grad gegenüber dem Außenbereich. Trotzdem haben die Pferde jederzeit die Möglichkeit vom wärmeren, geschützten Innenbereich nach draußen und auch wieder zurück zu wechseln. Der Stall bleibt so weiterhin ein Offenstall.

Fensteröffnungen kann man durch Windschutznetze vor Luftzug sichern. Winschutznetze kosten ca. 6-14 Euro je Quadratmeter und sind ebenfalls als Rollenware in verschiedenen Breiten erhältlich.

Beheizte Tränken und Wasserleitungen

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt muss man auf Tränken und Wasserleitungen achten. Im Beschädigungen zu vermeiden und jederzeit die Wasserversorgung sicher zu stellen, bieten sich verschiedene Hilfsmittel an.

Neben einer Isolierung der Wasserzuleitung vom Geschützten Bodenbereich zur Tränke, kann man ein temperaturgesteuertes Heizkabel verwenden. Für ein 4m Heizkabel mit integriertem Temperatursensor und Schalter muss man etwa 30-40 € investieren. Größeren Längen werden dann vom Meterpreis deutlich günstiger. So bekommt man ein 24m Heizkabel schon für rund 60 €. Schaumstoffisolierung und Heizkabel lassen sich einfach mit einem Kunststoff Regen- oder Abwasserrohr aus dem Baumarkt vor Pferdezähnen schützen.

Neben der Wasserzuleitung gibt es auch beheizbare Tränkbecken. Günstige Exemplare aus Kunststoff haben sich allerdings nicht bewährt.

Deutlich teurer sind beheizte Zirkulationsleitungen, die mehrere Tränken und Wasserleitungen in einem Stall durch die Zirkulation von angewärmten Wasser frostfrei halten. Rund 1000 Euro muss man für eine solche Anlage investieren. Für etwa die Hälfte gibt es isolierte Wasserspeicher, die die Tränköffnung durch schwimmende Kunststoffkugeln verschließen.