Offenstall Vorteile

Die Vorteile eines Offenstalls in der Pferdehaltung liegen primär in der natürlicheren Haltung der Tiere. Die Pferde können jederzeit entscheiden, ob Sie im Stall stehen möchten, oder sich lieber draußen auf dem Paddock oder der Weide aufhalten. Gerade für Pferde mit Lungenproblemen ist der Offenstall ideal, da sie so viel frische Luft bekommen und nicht in einer Box stehen müssen, in der sich Heustaub, Urin- und Kotausdünstungen konzentrieren.

Pferde im Offenstall bekommen viel mehr natürliche Bewegung und Abwechselung als in der Boxenhaltung. Da Pferde neugierige Tiere sind und für sie nichts eintöniger ist, als beispielsweise auf eine Betonwand zu starren, können sich die Offenstallbewohner ständig den Ausblick aussuchen. Das führt dazu, dass sich die Tiere auch viel entspannter und weniger schreckhaft verhalten. So mancher Pferdebesitzer steht schon mal staunend daneben, wenn man problemlos mit einer Leiter in den Offenstall marschiert um eine Lampe auszutauschen. Was Pferde in Boxenhalten oftmals in Panik versetzen würde, stört ein Pferd in Offenstallhaltung nicht im geringsten.

Vielen Pferden in Boxenhaltung wird die Entscheidung abgenommen, wann und wie lange sie auf der Weide oder dem Paddock stehen. Ein Offenstallpferd kann selbst entscheiden, ob die Fliegen zu lästig sind, ob ihn Regen stört, oder ob es zu kalt oder zu warm ist.

Auch wenn ein Offenstall sehr arbeitsintensiv sein kein, so überwiegen doch die Vorteile bezogen auf Gesundheit, Sozialverhalten und natürlicher Haltung deutlich.

6 Antworten auf Offenstall Vorteile

  1. Inga sagt:

    Ja, das kann ich nur befürworten.
    Und als kleiner Tipp: das non plus ultra eines super Offenstalls ist ein Offenstall nach dem Paddock Paradise Konzept von Jaime Jackson. Wir haben seit letztem Sommer einen Offenstall nach diesem Konzept und es ist einfach herrlich!!! Die Pferde werden auf natürliche Weise angeregt sich zu bewegen, indem man Futterraufe und Tränke weit auseinanderlegt (keine Angst, man braucht nicht mehr Platz als Paddock und Koppel; man trennt einfach Futter und Wasser im Paddock und legt den Track einmal um die Koppel) . Sie müssen dann einem sogenannten Track (mind. 100m) folgen, bis sie vom einen zum anderen kommen. Bei uns ist die Distanz ca. 300m (einmal um die Koppel). Der Track steht den Pferden auch 24h am Tag zur Verfügung. Wenn sie also Lust haben, können sie auch gerne mal einen schnellen Gallopp zwischendurch einlegen :-) Aber zu fressen gibt es auf dem Track nichts. Das gibt es bei uns dann auf der Koppel oder an der Raufe.
    Und übrigens, unser Offenstall ist bei Weitem nicht so arbeitsintensiv wie eine Boxenhaltung! Also wirklich eine super, sehr empfehlenswerte Sache für Pferd UND Mensch!

  2. Hallo!
    Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen informativen Website. Ich schließe mich auch Inga an, dass ein Offenstall noch sehr dadurch gewinnt, dass man Bewegungsanreize schafft. Wenn Heu, Wasser, Unterstand nahe zusammen liegt, stehen die Pferde die meiste Zeit in dem Bereich (sie sind eben von Natur aus ähnlich wie wir Menschen auch eher faul veranlagt).
    Das Prinzip des Paddock Paradise funktioniert super und lässt sich auch bei kleineren Offenställen relativ kostengünstig umsetzen.
    LG Tanja

  3. Sandra Krämer sagt:

    Hallo,
    wo kann man den Erfahren,wie ich solch einen Stall baue??Habe ca.1ha.Koppel,auf der ich einen Offenstall für 2Pferde bauen möchte.Wer kann mir Infos darüber geben.??
    LG
    Sandra

    • acs sagt:

      Hallo Sandra,

      was suchst Du genau? Eine komplette Bauanleitung mit allen Bemaßungen und Stücklisten? Sowas dürfte schwer zu finden sein. Wenn es vernünftig werden soll, dann wende Dich an einen Architekten, Bau-Ing. oder Zimmermann bei Dir vor Ort. Die können Dir auf jeden Fall weiterhelfen.

  4. Janine sagt:

    Hallo Zusammen!
    Wir planen gerade einen Offenstall für zwei Pferde in NRW in einem eher ländlichen Gebiet. Der Stall soll direkt an unser vorhandenes Haus kommen, bzw. am Ende des Gartens damit wir die 25m Abstand zur nächsten Bebauung einhalten. Sonst um den Stall rum sind nur Weideflächen, Nachbarn gibt es erst wieder in einiger Entfernung!
    Der Platz wo der Stall hin soll ist auch noch gerade im Innenbereich, so dass die Genehmigung als Privatperson hoffentlich funktioniert. Wir haben nun nur gelesen, das das Bauamt oftmals gerne eine Begründung bekommt, warum man einen Offenstall haben möchte. Ich habe es jetzt durch die Artgerechtigkeit begründet. Das Pferde für mich seit meiner Kindheit sehr wichtig sind, etc. wird das Bauamt ja wohl kaum interessieren. Hat noch jemand eine Begründung schreiben müssen oder nützliche Tipps hierfür?
    Ein Problem könnte bei uns außerdem der Misthaufen werden, da das Grundstück ziemlich nah an einem Quellenbereich liegt, welcher auch unter Naturschutz steht. Wir wollten dem Bauamt hierfür verschiedenen Möglichkeiten bieten (Mistplatte, wasserundurchlässiger Hänger, Container, Lagerung in Regenwassertonnen). Hat jemand hierzu noch Erfahrungen, Ideen oder Tipps?

    Vielen Dank schon mal für Eure Antworten!!!!
    Janine

    • acs sagt:

      Hallo Janine,

      das klingt ja alles schon mal ganz positiv. Geht es bei der Begründung darum, warum Offenstall und nicht geschlossen oder warum überhaupt Pferdehaltung? Pro Offenstall findest Du garantiert problemlos viele Belege im Netz, dass das für Pferde mit Atemwegserkrankungen optimal ist. Außerdem zahlreiche Argumente für artgerechtere Haltung. Dagegen dürfte sich niemand sperren. Falls es um den Stall an sich geht, gibt es halt kein Alternative, da in keinem der umliegenden Ställe, die zumutbar erreichbart und finanziell tragbar sind, die Versorgerung Deines Pferdes so sichergestellt ist, wie Du es für sinnvoll hälst. Braucht Dein Pferd z.B. wegen Atemwegserkrankungen tgl. nasses Heu wäre das ein gutes Argument. Atemwegserkrankungen hat im Zweifelsfall jedes Pferd ;-)

      Zum Mist: Wir mussten eine Bestätigung eines Landwirtes beibringen, dass wir da regelmäßig Mist entsorgen können (was wir auch tatsächlich machen) Da wir bei dem alle paar Tage vorbei mit Anhänger erfolgt die “Zwischenlagerung auf Schubkarren”. Die Lagerung in Regen- oder Abfalltonnen ist leider keine gute Idee. Die Dinger werden zu schwer und sind umständlich auszuleeren. Eine Mistplatte ist aufwändig und könnte ein Genehmigungsproblem sein. Ein alter Anhänger, auf dem gelagert wird ist sicher eine gute Idee, wenn man den zum Entsorger fahren und da einfach abkippen kann.

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